Institut für Klärungsorientierte Traumatherapie

Über uns

Die Behandlung traumatisierter Klienten bedarf eines großen Repertoires an Interventionswissen: vor allem bindungstraumatisierte und/oder mehrfach traumatisierte Klienten benötigen ein besonderes Angebot. Sie haben als Reaktion auf die Erlebnisse interaktionelle Probleme, die sich auch in der Psychotherapie reaktivieren. Dazu kommen physiologische Veränderungen, die einer "herkömmlichen" Problembearbeitung im Weg stehen.

Das bedeutet, dass das unverbundene "Abarbeiten" der indizierten Techniken in der Regel nicht zum Therapieerfolg führen kann. Hinzu kommt die Schwierigkeit für jede Behandlungsplanung, dass Traumatisierte häufig nicht zu Beginn der Behandlung sämtliche Problemfelder offenbaren: die Betroffenen sind häufig misstrauisch, schämen sich für ihre Symptome oder haben keine Hoffnung mehr auf eine Änderung ihres Befindens.

Eine weitere Unsicherheit kommt durch den Therapeuten selbst: die Behandlung von Menschen, die maximale Unsicherheit erlebt haben führt dazu, dass diese Erfahrung auch im Therapieraum aktualisiert wird: häufig spüren Therapeuten selbst eine große Hilf- und Hoffnungslosigkeit angesichts des Grauens.

Insofern macht es Sinn, die Klärungsorientierte Psychotherapie mit ihren bewährten Strategien als eine Art Rahmen zu nutzen, innerhalb derer verschiedene Techniken angeboten werden können. In diesem Setting wird es möglich, sowohl den Klienten mit ihren Besonderheiten entgegenzukommen als auch für den Therapeuten einen sicherheitsspendenden Hintergrund zu bieten:


  • die Beziehungsgestaltung ist besonders wertvoll, um dem Klienten zum einen eine korrektive Erfahrung zu ermöglichen (nämlich wieder Sicherheit zu erfahren) und die hohe Anspannung durch die Beziehung zu regulieren,

  • das Strategiesystem für die Behandlung der fast regelhaft vorliegenden Interaktionsstörung hilft den Therapeuten aus der Ohnmacht,

  • die Kenntnis der zugrundeliegenden Schemata, die durch das Trauma entstanden oder aber verschärft worden sind,

  • die Bearbeitung der Schemata mittels einer speziellen Interventionstechnik, die mögliche Reaktanzphänomene abfedert.


Mit ihrer besonderen Haltung ermöglicht die Klärungsorientierte Psychotherapie die Einbettung verschiedener traumaspezifischer Interventionstechniken (z.B. Konfrontationsverfahren), die aufgrund der Interaktion mit den Klärungsorientierten Techniken besonders hohen Gewinn für den Klienten bringen.